Friedrich Lips

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 Freitag, 28.Juli 2017 04:42 
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Österreich-Gala beim Moskauer Bajanfestival

Unter Patronanz des russischen Kulturministeriums, der russischen Gnessin-Musikakademie sowie des Friedrich Lips-Fonds fand in der Zeit vom 14.-18. Dezember 2011 bereits zum 23. Mal das traditionelle Internationale Festival "Bajan und Bajanisten" im Konzertsaal der russischen Gnessin-Musikakademie in Moskau statt.

 Im Eröffnungskonzert brillierten zuerst Laureaten internationaler Wettbewerbe 2011: N. Bolotin, K. Tarabrina, A. Verentennikov, P. Zyabko, A. Kolomytsev, A. Kriklivy, R. Batalov, I. Puriz und Samgar. Anlässlich des 60jährigen Jubiläums von A. Cholminow’s legendärer “Suite” brachte S. Osokin dieses berühmte Werk der Bajanliteratur zur Aufführung, mit dem jeder Akkordeonist vertraut ist. Russlands Volkskünstler A. Beljajew feierte dieses Jahr seinen 80. Geburtstag. Er brachte den elektronischen Bajan auf die Konzertbühne und, neben vielen anderen Aktivitäten, spielte er die Uraufführung einer Reihe bekannter Werke von u.a. Schenderjow, Repnikow and Vlassov. E. Achanow, A. Sysojev  und das Quartett “Admiral” unter M. Tchernov spielten zu seinen Ehren auf.

S. Gubaidulina, Russlands weltberühmte zeitgenössische Komponistin, feierte am 24. Oktober ihren 80. Geburtstag. Nachdem bereits Friedrich Lips ihr neues Konzert “Fachwerk” bei einem Festival zu ihren Ehren im November in Moskau gespielt hatte, wurde ihr nun ein Konzert im Rahmen des Bajanfestival gewidmet. V. Volkov (Bajan), R. Samurujew (Violine) and A. Suslin (Kontrabass) interpretierten einige ihrer Werke wie “De profundis”, “Et exspecto”, “In croce” and “Silenzio”, die inzwischen zu unserem Standardrepertoire gehören.

            Anlässlich seines 65. Geburtstags hielt M. Imchanitsky einen Vortrag über Artikulation und Intonation auf dem modernen Bajan, den er durch ausgewählte Beispiele auf dem Bajan selbst illustrierte. L. Lavrov (“Sonate” für Bajan) und ein Streichquartett des Schnittke College spielten Werke des Komponisten Imchanitzky.

 

            Y. Medjanik, Gewinner des Moskauer Bajanwettbewerbs 2000, entstammt einer musikalischen Familie und entwickelte so bereits in frühen Jahren viele musikalische Fertigkeiten. Heutzutage bildet er verschiedene Projekte und zeigt damit seine große Bandbreite von Barock-  und zeitgenössischer Musik bis hin zum argentinischen Tango. In seinem Festivalkonzert spielte er sehr einfühlsam Werke von J.S. Bach zusammen mit seinem Cellisten B. Andrianow.

 

A.Dmitriew, Verdienter Künstler Russlands und international bekannter Bajanist aus St. Petersburg, feierte seinen 60. Geburtstag mit einem sehr gut ausgewählten Programm, das vom Publikum enthusiastisch beklatscht wurde. Sein Sohn Vitaly spielte  O. Scharow’s Arrangement von J. Strauß’ “An der schönen blauen Donau” und war seinem Vater auch ein exzellenter Duopartner.

 

            Es gehört zu den Traditionen des Bajanfestivals, dass ein Konzert den Bajanisten einer bestimmten Region Russlands gewidmet ist. Dieses Mal waren Akkordeonisten/Bajanisten aus der Stadt Saratow (übrigens die Heimat des berühmten I. Panitsky) ausgewählt, um ihre ausgezeichnete Musikalität und hervorragende Technik im Rahmen von Solo- und Ensembledarbietungen zu zeigen.

 

Absolutes Highlight des ganzen Festivals  – nicht nur wegen des vollen Konzertsaals der  Gnessin Musikaklademie – war das Schlusskonzert mit “Klezmer reloaded” und dem “Klaus Paier Trio” aus Österreich. Was bis vor kurzem noch unmöglich schien, wurde nun beim Moskauer Bajanfestival Realität: das Abschlusskonzert wurde ausschließlich von österreichischen Musiker bestritten! Alexander Shevchenko (Ukraine) und Maciej Golebiowski (Polen) haben sich ausgerechnet in Wien getroffen, um hier die hiesige Musikszene mit ihren erfrischenden Klezmer-Arrangements auf zu wirbeln. Sie hatten sehr viel Spaß am gemeinsamen Musizieren und entschieden sich sehr bald, ihre Begeisterung für  Klezmermusik unter dem Motto „Klezmer reloaded“ als Duo auf die Bühne zu bringen. Inspiriert von Jazz, Folk, Klassik, Funk, Tango und orientalischen Klängen fanden sie ihren ganz persönlichen Zugang zum Klezmer: erstaunlich frisch, leidenschaftlich, spannend, aber auch zart und gefühlsbetont. Ihre Klezmerinterpretationen entwickeln sich im Geist der Improvisation, in die immer wieder auch die Volksmusik ihrer Heimat einfließt. Golebiowskis Klarinette verliert sich gerne in fulminanten Improvisationen und er selbst singt auch mal einen polnischen Tango. Shevchenkos Akkordeon antwortet mit dicht geknüpften Soli und möchte eigentlich nicht mehr aufhören. Auch das Moskauer Publikum hatte das Duo „Klezmer Reloaded“ im Nu in seinen Bann gezogen. Verschiedene Charakterstücke mit ausgefeilter Technik und bestens platzierten Nuancen taten ihr Übriges. Ein hervorragend zusammengestelltes Programm, aufgelockert durch glänzende Doppelconferencen zwischen den Stücken: ein begeistertes Publikum erklatschte sich mehrere Zugaben.

Die Besetzung Akkordeon, Bandoneon/Bass/Schlagzeug ist eine eher selten anzutreffende Kombination von Instrumenten. Umso höher müssen Erfolg und Sympathie gewertet werden, mit dem das KLAUS PAIER TRIO weltweit gefeiert wird. In den fast immer ausverkauften Konzerthallen und Jazz-Clubs reagiert das Publikum begeistert, lobt die Kritik die überragende Musikalität des Ensembles. In den Kompositionen von Klaus Paier finden sich all jene Einflüsse und Stilelemente wieder, mit denen sich der Akkordeonist im Laufe seiner bisherigen Karriere auseinandergesetzt hat: die komplexe Spontaneität des Jazz, die temperamentvolle Leidenschaft des Tango Nuevo, das disziplinierte Moment europäischer Klassik, die vielschichtige Tradition europäischer Volksmusik. Mit einer geradezu selbstverständlichen Hingabe lotet er die verschiedenen Facetten dieser Musik lustvoll aus. Klaus Paier brauchte die stimmungsgeladene Atmosphäre im zweiten Teil des Konzerts nur auf zu greifen und durch seine überaus gelungenen Jazzarrangements weiter zu entwickeln. Er ist mit seinem Trio (natürlich auch aufgrund seiner verschiedenen anderen Projekte mit u.a. Cello, Klarinette, Saxophon und Streichquartett) in den 15 Jahren seiner Konzerttätigkeit ungemein gereift und gehört auf seinem Gebiet sicher zu den führenden Musikern weltweit. Für seine Verdienste um die Entwicklung des künstlerischen Spiels auf dem Akkordeon wurde Klaus Paier als erster Österreicher durch die Verleihung der „Silver Disc“ geehrt.

Sicherlich ein historischer Moment, als CIA-Vizepräsident Herbert Scheibenreif der Bajan-Legende Anatoly Vladimirovitch Belyayev den CIA-Merit Award für seine Verdienste um die Entwicklung des Bajans/Akkordeons anlässlich seines 80. Geburtstages am 21. März 2011 überreichte.

 

Entsprechend der Tradition (seit 1993) wurde an die Bajanisten A. Ledenjow, V. Golubnitschy und V. Lomako die „Silver Disc“ für besondere Verdienste um die Bajankunst vergeben. Während des Festivals fanden im Foyer des Konzertsaals der russischen Gnessin Musikakdemie Ausstellungen von Noten und Tonträgern sowie Vorführungen von Musikinstrumenten statt.

  Letztes Update der angezeigten Seite: 4.Januar 2012, 22:53 

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