Friedrich Lips

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 Mittwoch, 20.September 2017 20:18 

Friedrich Lips


Konzertvirtuose · Kammermusiker · Arrangeur · Buchautor · Pädagoge



Friedrich Lips wurde am 18. November 1948 als Sohn deutschstämmiger El­tern in der Stadt Jemanschelinsk (Bezirk Tscheljabinsk) geboren, runde 2.00 km östlich von Moskau und bereits jenseits des Ural-Gebirges, im asiatischen Teil der Sowjetunion. 1967 beendete er die Ausbildung an der Musikmittelschule „Michail Glinka“ von Magnitogorsk in der Klasse von E. Kudinow (Bajan, Dirigieren). Anschlie­ßend führte ihn sein Weg nach Moskau an das Staatliche Gnessin-Institut für Mu­sikpädagogik, wo er zum Meisterschüler von Sergei Kolobkow avancierte und in seiner Klasse im Jahre 1972 (Bajan, Dirigieren) examinierte sowie ferner 1974 die Aspirantur abschloß.
Bereits von 1971 an war er selbst als Lehrer am Gnessin-Institut tätig. 1980 wurde er zum Dozenten ernannt, 1989 zum Professor. Seit 1996 ist er Leiter des Fachbe­reichs Volksinstrumente – dem das Bajan-Akkordeon zugeordnet ist – an dem inzwi­schen zur Russischen Musikakademie umbenannten, renommierten Institut. Als Gastprofessor lehrt er an zahlreichen Institutionen und Akademien des In- und Auslandes (u.a. in Irun, Spanien; Groningen, Niederlande; Royal Academy, London) Als Gastdozent ist er international bei Seminaren, Meisterklassen und pädagogischen Kursen hoch geschätzt und wirkt ferner als Juror bei den bedeutendsten Musikwettbewerben. 1989 hat er das inter­nationale Musikfestival „Bajan und Bajanisten“ in Moskau ins Leben gerufen, dem er als Künstlerischer Leiter bis heute vorsteht, sowie den renommierten Moskauer Musikpreis für Bajan-Akkordeonsolisten initiiert.
Während seiner nach wie vor aktiven Tätigkeit als Pädagoge sind bislang aus seinen Klassen in der damaligen Sowjetunion, im heutigen Rußland und auch in zahlreichen Auslanden eine Vielzahl von erstklassigen Musikern aller Altersstufen hervorgegangen, die inzwischen selbst zu Preisträgern nationaler und internationa­ler Wettbewerbe, zu renommierten Konzertmusikern und Pädagogen geworden sind: Witali Muntjan, Wladimir Dolgopolow, Sergei Najko, Peter Gerter, Enwer Seit-Abdulow, Ilja Kurtjew, Wladimir Korol, Dmitri Sacharow, Juri Prochorow, Alexander Tschernikow, Irina Jarosch , Juri Kalaschnikow, Waleri Dubowik, Alexander Uschakow, Alexei Artemjew, Alexander Kowtun, Wladimir Tschugunow, Pawel Saizew, Alexander Schmykow, Jewgeni Grechow, Tatjana Semitschastnowa, Alexander Sewastian, Alexei Antonow, Sergei Woitenko, Michail Burlakow, Alexander Gataullin, Aidar Gainullin, Irina Wlassowa, Alexej Lawrentjew, Stanislaw Wenglwskij (Rußland); Max Bonnay, Christine Bonnay, Jean-Luc Manca, Judith Borto, Boban Bjelitsch, Sascha Zvetic, Sinisa Voljavec, Dusan Michailovic, Iñaki Alberdi, Raimondas Sviackevicius, um nur einige zu nennen.
Als konzertierender Künstler wurde Friedrich Lips im Jahre 1969 überragen­der 1. Preisträger bei den berühmten Internationalen Musikwettbewerben in Klin­genthal (DDR). 1970 nahm ihn daraufhin die staatliche sowjetische Konzertagentur „Goskonzert“ unter Vertrag. Damit begann eine einmalige und faszinierende Lauf­bahn als Konzertvirtuose und Kammermusiker, die bislang in der Musikszene Ba­jan-Akkordeon ohne Vergleich ist. In den folgenden 30 Jahren ununterbrochen akti­ver Konzerttätigkeit bis zum heutigen Tag führten ihn Hunderte Konzerte in die ganze Welt (u. a. in die USA, Kanada, China, Frankreich, Spanien, Italien, Schweiz, Österreich, Deutschland, Niederlande, Japan, Norwegen, Dänemark), zu den be­rühmtesten Konzerthäusern (u.a. Großer Saal des Tschaikowski Konservatoriums Moskau, Concertgebouw Amsterdam, Santory Hall Tokyo, Lincoln Center New York, J. F. Kennedy Center Washington), zu den renommiertesten Musikern (u. a. Gidon Kremer, Wladimir Igolinski,Yo-Yo Ma, Wladislaw Toncha, Mark Pekarski) und zu den be­deutendsten Komponisten (u. a. Sergei Berinski, Michail Bronner, Alexander Chol­minow, Jewgeni Derbenko, Edison Denissow, Sofia Gubaidulina, Efrem Podgaiz, Alfred Schnittke, Wladislaw Solotarjow, Kirill Wolkow, Roman Ledenjow, Tatjana Sergejewa, Wladimir Rjabow).
1982 wurde ihm für seine außerordentlichen Leistungen die staatliche Aus­zeichnung „Verdienter Künstler“ zuerkannt, 1994 die des „Volkskünstler Rußlands“. In einer feierlichen Zeremonie wurde das Dekret im Kreml von Präsident Jelzin persönlich überreicht.
Längst ist seine Bekanntheit über die Grenzen der einschlägigen Bajan-Akkordeon-Musikszene hinaus gewachsen. Friedrich Lips ist als Interpret besonders in den letzten 10 Jahren immer häufiger Gast bei international bedeutendsten Musikfestivals gewesen, so u. a. in Amsterdam, Huddersfield, Lockenhaus, Moskau, Turin, Boston, Schleswig-Holstein, Portogruaro. In zunehmendem Maße widmet er sich der Verbindung zu anderen Instrumenten, in kammermusikalischen und sinfonischen Besetzungen. Er wirkt in zahlreichen Kammermusik-Ensembles und konzertierte mit renommierten Orchestern, so zum Beispiel unter Leitung von Gennadi Roschdestwenski, Wladimir Spiwakow, Juri Baschmet, Oleg Agarkow, Timur Mynbajew, Juri Nikolajewski, Yuji Takahashi, Luka Pfaff, Lew Markis, Dmitri Liss, Walery Gergiew.
Der Einfluß von Friedrich Lips auf die musikalische Entwicklung der Musik und Kultur für Bajan-Akkordeon ist außerordentlich und schon mit dem Attribut „von historischer Bedeutung“ zu beschreiben. Mit ungebrochenem Engagement bemüht er sich darum, das Instrument Bajan-Akkordeon möglichst breiten Kreisen international etablierter Komponisten und Musiker vorzustellen. So ist eine Vielzahl von neuen Werken für das Bajan-Akkordeon in verschiedensten Besetzungen aus der Feder namhafter Autoren allein seinem Bemühen, seinem beständigen Wirken zuzuschreiben. Viele Werke wurden ihm persönlich gewidmet, mehr als 50 bedeutendere Werke wurden von ihm selbst uraufgeführt und mehr als 100 Kompositionen – allein auf über zwei Dutzend CDs – in verschiedenen Ländern Amerikas, Europas und Asiens eingespielt und veröffentlicht. Die in Moskau erschienene CD „Sieben Worte“ wurde 1991 als „CD des Jahres“ in Paris mit dem „Diapason d’or“ ausgezeichnet.
Das kreative Schaffen als Autor überläßt Friedrich Lips nicht nur den anderen, sondern hat als Bearbeiter selbst zahlreiche Werke der Musikkunst aus der Klassik und der Neuzeit für das Bajan-Akkordeon in eine Werkform gebracht, die die Möglichkeiten des Instruments in idealer Weise zum Ausdruck kommen lassen. Ferner ist er Verfasser zahlreicher musiktheoretischer Schriften, Artikel und Fachbücher, die zum Teil weltweite Bedeutung erlangt haben, so z. B. die Titel „Iskustvo igry na bajane“ (Moskau, 1985 ), „Die Kunst des Bajanspiels“ (Kamen, 1991), „Ob iskustve bajannoi transkripzii“ (Moskau, 1999), „The Art of Bayan Playing“ (Kamen, 2000).
Die Bedeutung der Person Friedrich Lips und die seines musikalischen Schaf­fens wird zweifelsohne erst durch die Geschichte bewertet werden. Schon heute läßt sich jedoch erkennen, daß er, wie kein anderer, die Musikszene bewegt, junge Künstler protegiert, etablierte Komponisten inspiriert und der Bajanistik in ihrer Gesamtheit als ein fortwährender, initialer und einzigartiger Motor dient. Er zeich­net sich dabei durch eine außergewöhnliche Weltoffenheit, einen ausgesprochenen Liberalismus und eine innige Toleranz gegenüber allen und allem, besonders gegen­über anders denkenden, anders musizierenden aus. Bei ihm verliert sich die Schmalspurigkeit eingefahrener Musiker-Ideologen einerseits und die oft bei seinen Zeitgenossen feststellbare notorische Bedürftigkeit nach Missionarismus, d.h. an­dere von seiner Meinung, seinem Weg zu überzeugen.

  Letztes Update der angezeigten Seite: 30.April 2009, 22:07 

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